Hilft eine Massagepistole bei einem Bandscheibenvorfall?

Rückenschmerzen sind eine wahre Volkskrankheit. Etwa 20 Millionen Deutsche leiden darunter.1 Strahlen die Schmerzen in das Bein oder gar den Fuß, handelt es sich häufig um einen Bandscheibenvorfall. Bei der Therapie dessen können unter anderem Massagen zum Einsatz kommen.

Doch hilft auch eine Massagepistole bei einem Bandscheibenvorfall? Diese Frage werde ich dir im folgenden Artikel beantworten. Dazu erkläre ich, was ein Bandscheibenvorfall ist, wodurch dieser verursacht wird und wie die Behandlung erfolgt. Auch erkläre ich, welche Massagepistolen ich zur Vorbeugung empfehlen würde.

Disclaimer: Auf dieser Seite werden lediglich meine eigenen Erfahrungen und mein eigenes Wissen dargestellt. Medizinische Eigenbehandlungen sollten nie ohne ärztliche Absprache erfolgen. Auch sind die Kontraindikationen für die Nutzung einer Massagepistole zu beachten.

 

Übersicht

Üblicherweise wird ein Bandscheibenvorfall mit (schmerzstillenden) Medikamenten behandelt und heilt von selbst ab. Hierbei hat es Priorität, dass der Schmerz gelindert und dadurch das gewöhnliche Bewegen des Rückens ermöglicht wird. Unter Umständen kommen hierzu auch Massagen zum Einsatz. Nur bei schweren Verläufen kommen auch Operationen infrage.

Von der Verwendung einer Massagepistole bei einem Bandscheibenvorfall ist dennoch abzuraten. Massagen sollten nur sehr vorsichtig erfolgen. Auch dürfen bestimmte Bereiche nicht massiert werden, da die Beschwerden sonst vergrößert werden. Die Massage darf entsprechend nur von einem entsprechend ausgebildetem Masseur und nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. All diese Anforderungen erfüllt die Selbstmassage mit einer Massagepistole nicht.

Sehr wohl kann jedoch einem Bandscheibenvorfall auch unter Zuhilfenahme einer Massagepistole vorgebeugt werden. Indem die Muskulatur entlang des Rücken (z. B. mit einer Massage) geschmeidig gehalten wird, werden die Bandscheiben entlastet.

 

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Beim Bandscheibenvorfall handelt es sich um eine Erkrankung der Wirbelsäule. Bei dieser tritt der weiche Kern aus der Bandscheibe (befindlich zwischen zwei Wirbeln) hervor. Infolgedessen werden häufig die Nerven zwischen den Wirbeln (Spiralnerven) eingeklemmt oder das Rückenmark zusammengedrückt. Die Folge sind Schmerzen und Funktionsstörungen des Rückenmarks.2

Normalerweise befindet sich der weiche Kern der Bandscheibe in einem festen Faserring. Bei einem Bandscheibenvorfall ist dieser jedoch beschädigt bzw. instabil, wodurch der Kern austreten kann.

Infografik zur Darstellung eines Bandscheibenvorfalls

 

Was sind die Symptome eines Banscheibenvorfalls?

Nicht jeder Bandscheibenvorfall ist mit Beschwerden verbunden. Am häufigsten äußert sich der Bandscheibenvorfall jedoch durch einen plötzlich auftretenden, heftigen Schmerz. Beim Vorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule strahlt dieser Schmerz häufig in dein Bein bis zum Fuß aus. Befindet sich der Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule, kann der Schmerz in die Arme ausstrahlen.

Weniger häufig können neben den Schmerzen auch Lähmungserscheinungen oder Gefühlsstörungen im Gesäßbereich auftreten. Ist die Blasen- oder Darmfunktion durch den Bandscheibenvorfall gestört, muss eine sofortige Behandlung erfolgen. Hierbei handelt es sich um einen medizinischen Notfall (Kauda-Syndrom)!

 

Wodurch wird ein Bandscheibenvorfall verursacht?

Ein Bandscheibenvorfall entsteht nicht von heute auf morgen. Stattdessen wird die Bandscheibe mit der Zeit abgenutzt. Auch die ständige Überbelastung der Wirbelsäule kann eine Ursache für den Bandscheibenvorfall sein. Darüber hinaus können auch Unfälle und Sportverletzungen entlang der Wirbelsäule zu einem Vorfall führen.

Häufig tritt der Bandscheibenvorfall im Alter auf. Das liegt daran, dass die Membranen der Bandscheiben nicht mit dem Blutkreislauf verbunden sind. Sie regenerieren sich nur durch Ausbreitung. Im Alter werden sie entsprechend porös.

Weiterhin wird der Bandscheibenvorfall durch diverse Risikofaktoren begünstigt. Zu diesen zählen:

  • genetisch bedingte Schwäche der Wirbelsäule
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • häufige Fehlhaltung (z. B. während der Arbeit)

 

Wie wird ein Bandscheibenvorfall behandelt?

In 90 % der Bandscheibenvorfälle kommt eine konservative Behandlung zum Einsatz.3 Diese setzt sich aus folgenden zwei Ansätzen zusammen:

  • Schmerzlinderung:
    Die höchste Priorität bei der Behandlung eines Bandscheibenvorfalls ist die Linderung der Beschwerten, sodass der Betroffene sich wieder normal bewegen kann. Hierzu kommen in der Regel schmerz- und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Diese verhindern, dass schmerzbedingt eine Schonhaltung eingenommen wird, welche die Beschwerden weiter verschlimmert.
    Auch Wärme kann helfen. Sie lockert die Muskulatur und regt die Durchblutung an, was für Entlastung sorgt.
  • Normalisierung der Rückenmuskulatur:
    Häufig wird neben der Schmerzlinderung sofort mit einer Physiotherapie begonnen. Diese zielt auf eine Entlastung der Wirbelsäule ab. Gleiches gilt für professionelle Massagen, die in Absprache mit dem Arzt durchgeführt werden können.

Reicht die konservative Behandlung nicht aus, ist unter Umständen eine Operation notwendig. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Bandscheibenvorfall Lähmungen hervorruft, die Schmerzmittel nicht wirken oder Taubheit im Genital- sowie Analbereich auftreten.

Bei der Operation wird der Bandscheibenvorfall entfernt. Dazu entfernt der Operateur Teile der Bandscheibe sowie einen Teil des Gallertkerns.

 

Kann ich den Bandscheibenvorfall auch mit einer Massagepistole behandeln?

Du hast erfahren, dass sehr wohl Massagen eingesetzt werden, um die Rückenmuskulatur zu entlasten und die Heilung des Bandscheibenvorfalls zur unterstützen. Dennoch solltest du einen Bandscheibenvorfall nicht selbst mit einer Massagepistole behandeln. Das hat folgende Gründe:

  1. Die Massage in einem Bandscheibenvorfall sollte nur von einem gut ausgebildeten Masseur und nach Rücksprache mit einem Arzt durchgeführt werden. Nur ein solcher weiß genau, welche Stellen man massieren darf. Massiert man direkt auf dem Bandscheibenvorfall, so wird zusätzlicher Druck auf den Nerv ausgeübt und der Schmerz verschlimmert sich.
  2. Selbst wenn man weiß, welche Stellen man massieren darf und sollte, ist die Massagepistole nicht das optimale Hilfsmittel hierfür. Sie stößt etwa 1.200 bis 3.200 Mal pro Minute – je nach Leistungsstufe. Entsprechend viel Kraft wird auf die Muskulatur gewirkt. Trifft man nun doch einmal auf die falsche Stelle, ist das mit großen Schmerzen und ggf. einer langsameren Heilung verbunden. Besser zur Eigenbehandlung eignen sich entsprechend Wärme sowie Rücken-entlastende Übungen.

Obwohl eine Massagepistole nicht zur Behandlung eines akuten Bandscheibenvorfalls geeignet ist, kann man sie zur Vorbeugung einsetzen, indem man die Muskulatur entlang der Wirbelsäule geschmeidig hält.4 Welche Modelle sich hierzu eignen, erkläre ich im nächsten Abschnitt.

 

Meine Massagepistolen-Empfehlungen, um einem Bandscheibenvorfall vorzubeugen

In der Tat können Massagepistolen dabei helfen, einem Bandscheibenvorfall vorzubeugen. Inzwischen gibt es jedoch unzählige verschiedene Geräte dieser Art auf dem Markt. Nicht jedes davon eignet sich gleichermaßen gut für dieses Vorhaben.

Deshalb solltest du bei der Auswahl einer passenden Massagepistole folgende Dinge beachten:

  • Niedrige Stoßfrequenzen:
    Die niedrigsten Stufe der Massagepistole sollte auf einer möglichst geringen Stoßfrequenz beginnen. So können sich auch Anfänger an die Massage gewöhnen, ohne dass man die Rückenmuskulatur zu stark beansprucht. Das wäre kontraproduktiv für einen Bandscheibenvorfall.
  • Ausreichend Stoßtiefe:
    Damit die Muskeln auch richtig bearbeitet werden, sollte die Massagepistole auch tief in das Gewebe hineinreichen. Die Stoßtiefe (Hublänge) sollte daher mindestens 10 mm, besser sogar wenigstens 12 mm betragen.
  • Passende Aufsätze:
    Bei der Verwendung einer Massagepistole sollten Knochen, Bänder und Sehnen ausgespart werden. Für die Massage entlang der Wirbelsäule ist daher besonders der Gabel-Aufsatz zu empfehlen. Im Bereich des oberen Rückens können auch der Kugel- sowie der Patronen-Aufsatz sinnvoll sein, um einzelne Muskeln gezielt zu massieren.

Ich selbst habe inzwischen mehr als 40 Massagepistolen in der Hand gehalten und getestet. Von all diesen hat die OrthoGun 3.0 als eine der besten herausgestellt. Nicht umsonst hat sie 9,5 von 10 möglichen Punkten erhalten. Auch erfüllt sie alle zuvor genannten Anforderungen. Ich kann sie dir daher nur empfehlen!

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Weiterhin haben auch folgende Modelle sehr gut in meinem Massagepistolen Test abgeschnitten und sind ihren Preis auf jeden Fall wert:

 

Anwendung einer Massagepistole zur Vorbeugung

  1. Verwende einen passenden Aufsatz. Entlang der Wirbelsäule ist der Gabel – Aufsatz empfehlenswert. Für einzelne Muskeln eignet sich der Patronen-Aufsatz.
  2. Beginne die Massage mit einer niedrigen Stoßfrequenz. Erhöhe Sie, wenn du infolge der Massage keine Schmerzen oder anderen Beschwerden hast.
  3. Spare Knochen, Bänder und sehnen großflächig aus.
  4. Massiere deine gesamte Rückenmuskulatur.
  5. Bewege die Massagepistole dabei ohne Druck auszuüben gleichmäßig umher.
  6. Eine Massage sollte maximal 2 bis 3 Minuten dauern und kann 1 bis 2 Mal pro Tag durchgeführt werden.

Hinweis: Die Anwendung einer Massagepistole sollte nicht das einzige Mittel sein, um einem Bandscheibenvorfall vorzubeugen. Auch hilft es, die Rückenmuskulatur zu stärken, Übergewicht abzubauen und eine gesündere Körperhaltung am Arbeitsplatz einzunehmen.

Bei Anwendungen einer Massagepistole solltest du zudem stets die Kontraindikationen beachten:

  • Krankheit (Fieber, Erkältung etc.)
  • Entzündungen
  • Verletzungen
  • Hautausschläge / -erkrankungen
  • Krampfadern
  • Plazentaerkrankungen
  • Diabetes
  • Autoimmunerkrankungen
  • Krebs
  • Osteoporose
  • Akute Erkrankungen und Bandscheibenvorfälle
  • Arterielle Verschlusserkrankungen
  • Offene Wunden oder Frakturen
  • Schwangerschaft (bei Massagen im Rückenbereich)

 

Fazit – Hilft eine Massagepistole bei einem Bandscheibenvorfall?

Ein Bandscheibenvorfall kann sehr schmerzhaft sein. Die Therapie besteht deshalb in aller Regel aus einer Mischung von Schmerztherapie und Entlastung der Wirbelsäule. Auch Massagen können hierbei zum Einsatz kommen. Eine Massagepistole ist zur Eigenbehandlung bei einem Bandscheibenvorfall dennoch nicht zu empfehlen. Die Gründe habe ich dir im Artikel genannt. Auch habe ich dir erklärt, wie du Massagepistolen dennoch nutzen kannst, um einen Vorfall vorzubeugen, und welche Modelle sich hierzu am besten eignen. Ich hoffe, dass ich dir damit weiterhelfen konnte!

 

Quellen

  1. Thomas Pöttgen, “Bandscheibenvorfall”, Stand 24.07.2019 – https://www.qualitaetskliniken.de/erkrankungen/bandscheibenvorfall/
  2. Martina Feichter, “Bandscheibenvorfall”, Stand 18.11.2023 – https://www.netdoktor.de/krankheiten/bandscheibenvorfall/
  3. Apotheken Umschau, “Bandscheibenvorfall: Therapie”, Stand 10.02.2017 – https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/gelenks-und-knochenerkrankungen/bandscheibenvorfall-symptome-diagnose-therapie-740735-mehrseiter-4-therapie.html
  4. t-online, “Helfen Massagen bei einem Bandscheibenvorfall?”, Stand 13.05.2013 – https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_53982544/helfen-massagen-bei-einem-bandscheibenvorfall-.html
Marcel

Hi! Ich bin Marcel und hier auf massagepistole-test.de teste ich verschiedene Massagepistolen, um das beste Gerät auf dem Markt zu finden. Sämtliche Pistolen habe ich selbst in der Hand gehalten, sodass ich stets aus eigenen Erfahrungen berichten kann. Darüber hinaus kläre ich zu alle Mythen und Fragen rund um Massagepistolen auf.

Mein Wissen stammt aus jahrelanger Erfahrung im Kraftsport, Lektüre in diesem Bereich sowie folgenden Zertifikaten:

Fitnesstrainer-Lizenz C, Fitnesstrainer-Lizenz B

Außerdem arbeite ich aktuell am Erhalt der Fitnesstrainer-Lizenz A mit Schwerpunkt auf medizinisches Fitnesstraining. Mehr über mich.

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