Theragun Pro Test

Die Theragun Pro ist die High-End-Massagepistole der Marke Therabody. Der Hersteller schreibt auf seiner Website, dass die Theragun Pro das Massagegerät ist, welchem Profis vertrauen. Die Massagepistole soll die Muskel-Recovery optimieren, Verspannungen lösen und Beschweren lindern. Ob das wirklich funktioniert, möchte ich im folgenden Testbericht untersuchen. Hierzu habe ich mir die Pistole gekauft und ausführlich getestet.

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Lieferumfang und Aufsätze

Die Theragun Pro kommt in einem recht großen, weißen Karton daher.

In diesem befinden sich eine Tragetasche und verschiedenes Zubehör. Auf jedes Zubehörteil einzeln einzugehen, würde den Umfang des Artikels übersteigen. Deshalb findest du hier eine Übersicht zum Lieferumfang:

  • 1 x Theragun Pro mit Akku
  • 1 x Ball-Aufsatz
  • 1 x SuperSoft-Aufsatz
  • 1 x Dampener-Aufsatz
  • 1 x Thumb-Aufsatz
  • 1 x Wedge-Aufsatz
  • 1 x Cone-Aufsatz
  • 1 x Tragetasche
  • 1 x Tasche für Aufsätze
  • 1 x Netzteil
  • 1 x Ladestation
  • 1 x Ersatzakku
  • 1 x Bedienungsanleitung

Wie du erkennen kannst, ist der Lieferumfang der Theragun Pro außerordentlich groß. Es ist nicht nur alles enthalten, was man zur Verwendung der Pistole benötigt, sondern auch Zubehör, das schlichtweg “nice-to-have” ist.

Einen besonderen Blick möchte ich hier nochmal auf die Aufsätze werfen:

Der Kugel- bzw. Ball-Aufsatz ist ein Aufsatz, der bei den meisten Massagepistolen enthalten ist. Er lässt sich sehr universell einsetzen, also sowohl bei kleineren als auch größeren Muskelgruppen.

 

Der SuperSoft-Aufsatz ist ein ganz besonderer Aufsatz von Therabody. Er verfügt über eine besonders weiche Oberfläche aus Schaumstoff. Dadurch eignet er sich optimal für den Einsatz an empfindlichen Stellen, aber auch in der Nähe von Knochen.

 

Der Dampener-Aufsatz, zu Deutsch “Dämpfer-Aufsatz”, federt die Stöße der Massagepistole ebenfalls ab. Auch dieser Aufsatz kann in der Nähe von Knochen verwendet werden. Zudem eignet sich der Aufsatz für nahezu alle Muskelgruppen.

 

Der Thumb-Aufsatz soll den menschlichen Daumen ähneln. Dadurch wird er vor allem für die Massage von Triggerpunkten sowie des unteren Rückens verwendet.

 

Der Wedge-Aufsatz ist geformt wie eine Spachtel. Dadurch kann der Aufsatz für schabende Bewegungen eingesetzt werden. Diese sollen die Durchblutung fördern sowie Verspannungen lockern. Aufgrund seiner Form lässt sich der Wedge-Aufsatz vor allem an den Schulterblättern und IT-bändern nutzen.

 

Der Cone-Aufsatz ist Kegel-förmig und verfügt über eine recht kleine Spitze. Dadurch können (kleine) Muskeln gezielt bearbeitet werden. Beispielsweise kommt dieser Aufsatz auch an den Händen oder Füßen zum Einsatz.

 

Sämtliche Aufsätze der Theragun Pro sind sehr hochwertig. Besonders hat mir gefallen, dass die Aufsätze in der Regel aus Gummi bestehen. Dadurch fühlen sie sich um einiges besser an als Exemplare aus Kunststoff.

 

Funktionalität

Die Theragun Pro verfügt standardmäßig über folgende fünf Leistungsstufen:

  • 1. Stufe: 1.750 Stöße pro Minute
  • 2. Stufe: 1.900 Stöße pro Minute
  • 3. Stufe: 2.100 Stöße pro Minute
  • 4. Stufe: 2.200 Stöße pro Minute
  • 5. Stufe: 2.400 Stöße pro Minute

Damit liegt die Anzahl an Leistungsstufen bei der Pro im Durchschnitt der meisten Massagepistolen. Die Stoßfrequenz hingegen umfasst sogar nur einen sehr kleinen Bereich. So fühlen sich die 1.750 Stöße auf der ersten Stufe bereits sehr intensiv an und die 2.400 Stöße auf der fünften Stufe bieten keine allzu große Steigerung.

Zur Entspannung kann ich die Pistole deshalb eher nicht empfehlen. Das ist auch nicht das Anwendungsgebiet der Theragun Pro. Vielmehr ist die Pistole dafür gedacht, Verspannung zu lösen, Muskelkater zu verringern und Beschweren zu lindern. Und genau dafür eignet sich die Massagepistole sehr gut. Das hat mir auch mein Praxis-Test mehrmals bestätigt.

Gerade bei der Regeneration von Muskeln haben mir die tiefen Massagen sehr geholfen. Dazu trägt einerseits der 16 mm lange Hub bei. Das ist der Weg, den der Massagekopf pro Stoß zurücklegt. Bei der Pro ist dieser um einiges länger als bei den meisten anderen Massagegeräten.

Zum anderen hat der Motor der Theragun Pro sehr viel Kraft. Zwar findet sich keine Angabe zur Leistung des Motors wieder. Allerdings soll sie mit einer Kraft von bis zu 27 kg wirken können. Auch das war im Test deutlich spürbar.

 

Bedienbarkeit und Handhabung

Die Bewertung in dieser Kategorie teile ich in die Bedienbarkeit und die Handhabung auf. Beginnen möchte ich mit der Bedienbarkeit:

Die Bedienung der Massagepistole erfolgt über einen großen Knopf sowie mehrere kleine Tasten. Indem der große Knopf gehalten wird, startet die Massagepistole. Über zwei der vier Tasten (“+” und “-“) lassen sich die Geschwindigkeitsstufen durchschalten. Mithilfe der beiden anderen Tasten (“<” und “>”) können voreingestellte Massageprogramme abgerufen werden. Diese Bedienung erfordert ein wenig Einarbeitungszeit, ist aber anschließend recht selbsterklärend.

Alternativ dazu kann die Theragun Pro auch per App gesteuert werden. Diese lässt sich einfach über den App-Store von Apple bzw. Android herunterladen. Das Verbinden der App erfolgt per Bluetooth. Hier hat es mich lediglich etwas gestört, dass man sich extra einen Account bei Therabody erstellen muss.

Die Handhabung ist nicht ganz so gut wie die Bedienbarkeit. Das liegt einerseits am sehr hohen Gewicht der Massagepistole. Diese beträgt mit Akku, aber ohne Aufsätze ca. 1.319 g. Mit dem Ball-Aufsatz beträgt das Gewicht sogar 1.345 g. Dies fühlt sich sehr schwer an. Bei längerer Verwendung wird das Halten der Theragun Pro entsprechend recht anstrengend.

Der Griff wiederum ist recht schmal. Dadurch lässt er sich sehr gut umgreifen.

Weiterhin verfügt die Theragun pro über einen verstellbaren Arm. Dadurch kann die Handhabung ein ganzes Stück verbessert werden. Schließlich lässt sich der Arm somit auf die Massage verschiedener Muskelgruppen anpassen. Das Verstellen des Arms geht einfach über einen Knopf. Dieser wird hineingedrückt, sodass sich der Arm in bestimmte Positionen bewegt werden kann.

 

Stromversorgung

Geliefert wird die Theragun Pro inklusive zwei Akkus. Das ist eine echte Besonderheit. Die meisten anderen Massagepistolen enthalten nur einen Akku. Da zwei Akkus geliefert werden, kann einer geladen werden, während sich die Pistole mit dem zweiten betreiben lässt.

Der Wechsel des Akkus ist hierbei kinderleicht. Der Einsatz erfolgt einfach mithilfe eines Steck-Systems: Per Knopfdruck lässt sich der eingesetzte Akku lösen. Anschließend kann er herausgezogen werden. Der neue Akku wird einfach hineingesteckt. Dabei fühlt man sich tatsächlich so als würde mein eine Pistole nachladen.

Die Laufzeit eines Akkus reicht laut Beschreibung etwa 150 Minuten. Das kann ich in Etwa so bestätigen. Natürlich gibt es hier kleinere Unterschiede je nach Leistungsstufe. Wenn beide Akkus verwendet werden, reicht die Laufzeit somit rund 5 Stunden aus. Damit kann die Pistole beispielsweise bei einem Physiotherapeuten den ganzen Tag über genutzt werden.

Solange die Theragun Pro eingeschaltet ist, wird der aktuelle Akkustand auf dem OLED-Display angezeigt.

Das Aufladen der Akkus erfolgt per Ladestation. Diese wird per Netzteil mit einer Steckdose verbunden. Anschließend wird der Akku eingesteckt. Das Aufladen geht in wenigen Stunden von der Hand.

 

Lautstärke

Die Theragun Pro ist laut Therabody 55% leiser als ihr Vorgänger. Auch soll sie leiser sein als der Durchschnitt anderer Massagegeräte. Grund hierfür soll die QuietForce Technology sein, die im Motor zum Einsatz kommt.

Diese Eigenschaft habe ich entsprechend im Rahmen meines Tests ausführlich untersucht. Dabei habe ich aus einer Distanz von 40 cm die Lautstärke der Massagepistole gemessen. Hierbei habe ich folgende Werte erhalten:

  • 1. Stufe: ~ 62 dB bis 63 dB – vergleichbar mit einem lauten Gespräch
  • 2. Stufe: ~ 64 dB bis 65 dB – vergleichbar mit Straßenverkehr
  • 3. Stufe: ~ 64 dB bis 65 dB – vergleichbar mit Straßenverkehr
  • 4. Stufe: ~ 64 dB bis 65 dB – vergleichbar mit Straßenverkehr
  • 5. Stufe: ~ 71 dB bis 72 dB – vergleichbar mit einem Staubsauger

Wie du vermutlich bereits an den Werten erkennen kannst, ist die Theragun Pro alles andere als leise. Die meisten anderen Geräte in meinem Massagepistole Test haben auf sämtlichen Stufen, selbst bei höheren Stoßzahlen, leisere Geräusche erzeugt. Entsprechend muss ich der Produktbeschreibung hier widersprechen und Punkte in dieser Bewertungskategorie abziehen. Insbesondere von der Verwendung in ruhigen Umgebungen, etwa im Büro, würde ich eher abraten.

 

Material und Qualität

Beim Material der Theragun Pro wurde größtenteils auf Kunststoff gesetzt. Das find ich in dieser Preisklasse recht schade, da Metall wertiger wirkt. Dennoch macht die Pro einen von Therabody einen sehr wertigen Eindruck. Das liegt nicht zuletzt am hohen Gewicht. Entsprechend gibt es von mir hier keine Abzüge.

Anders sieht das Ganze bei der Verarbeitung aus. Auf dem ersten Blickt erscheint die Massagepistole hochwertig verarbeitet. So sind alle Kanten sehr klar und sauber. Auch sind die Spaltmaße gering. Allerdings befindet sich am Massagekopf Schmiermittel. Dieses ist beim Austausch des Aufsatzes auch schnell an die Finger gelangt, was sehr unangenehm war. Hierauf sollte bei der Produktion besser geachtet werden.

Der Geruch wiederum ist positiv aufgefallen. Die Theragun Pro hat nicht nach Weichmachern oder ähnlichen gerochen, was bei günstigen Pistolen aus Asien häufig der Fall ist. Stattdessen hat die Massagepistole einfach nur “neu” gerochen, war aber fast geruchsneutral.

 

Preis-Leistung

Rein aus Preis-Leistungs-Sicht ist die Theragun Pro natürlich nicht zu empfehlen. Schließlich gehört sie zu den teuersten Geräten auf dem Markt. So habe ich persönlich 649 € bezahlt. Zum Zeitpunkt des Tests lag der Preis online bei ca. 400 € bis 600 €. Damit kostet sie mindestens doppelt bis dreimal so viel wie Pistolen anderer Marken. Dennoch besitzt sie klare Schwächen, die den Preis nicht rechtfertigen.

Für den privaten Gebrauch ist die Pistole meiner Meinung nach ohnehin eher ungeeignet (siehe Fazit). Wenn es dir zudem um den Preis geht, würde ich auf jeden Fall günstigere Modelle, etwa die OrthoGun 3.0, die OrthoGun 2.0 oder die Hyperice Hypervolt empfehlen.

 

Fazit – Theragun Pro Test

Summary

Die Theragun Pro ist eine der teuersten Massagepistolen auf dem Markt. Dennoch konnte sie in meinem Test lediglich etwas über dem Durchschnitt landen. Das hat vor allem folgende Gründe:

  1. Die Pistole ist sehr laut.
  2. Die Stoßfrequenz hat lediglich einen kleinen Bereich. Für die Nutzung zur reinen Entspannung fühlen sich die Stöße dadurch etwas zu stark an.
  3. Der bereits angesprochene sehr hohe Preis ist für viele Privatpersonen schlichtweg zu hoch.

Für den professionellen Einsatz in Praxen von Physiotherapeuten o. ä. ist die Theragun Pro wohl dennoch die beste Wahl. Hier punktet die Pistole mit ihrer großen Stärke: Den sehr starken Motor kombiniert mit der großen Stoß-Distanz und den austauschbaren Akkus.

Damit eignet sich die Massagepistolen zum einen perfekt, um starke Verspannungen sowie Schmerzen zu behandeln. Doch auch Triggerpunkte können sehr gut massiert werden.

Andererseits kann die Pistole ohne Probleme einen ganzen Tag über verwendet werden. Schließlich werden zwei Akkus mitgeliefert und einer kann aufgeladen werden während der andere in Benutzung ist.

Diese beiden Eigenschaften kommen dem Einsatz in der Praxis sehr zugute. Alle Vor- und Nachteile kannst du folgenden Auflistungen entnehmen:

Gesamtbewertung
9/10
9/10
  • Lieferumfang und Aufsätze - 10/10
    10/10
  • Funktionalität - 9/10
    9/10
  • Bedienbarkeit und Handhabung - 9/10
    9/10
  • Stromversorgung - 10/10
    10/10
  • Lautstärke - 7/10
    7/10
  • Material und Qualität - 9/10
    9/10

Vorteile

  • 2 Jahre Garantie
  • Akku austauschbar
  • platzsparend transportierbar
  • sehr gute Handhabung
  • wirkt stabil und wertig
  • gut durchdachte Leistungsstufen
  • inklusive 6 Aufsätze
  • sehr gut verarbeitet
  • mit hilfreicher App
  • App-Steuerung möglich
  • leistungsstarker Motor
  • sehr gute Akkukapazität
  • Zusatzakku mitgeliefert
  • verstellbarer Arm

Nachteile

  • sehr teuer
  • vergleichsweise laut auf allen Stufen
  • geringes Frequenzspektrum
  • kein Drucksensor
  • Schmiermittel am Massagekopf

Vergleiche mit der Massagepistole

 

Marcel

Hi! Ich bin Marcel und hier auf massagepistole-test.de teste ich verschiedene Massagepistolen, um das beste Gerät auf dem Markt zu finden. Sämtliche Pistolen habe ich selbst in der Hand gehalten, sodass ich stets aus eigenen Erfahrungen berichten kann. Darüber hinaus kläre ich zu alle Mythen und Fragen rund um Massagepistolen auf. Mehr über mich.

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