Aerlang Massagepistole Test

Die Aerlang Massagepistole EM8 fällt einem bei Amazon schnell aufgrund ihres sehr geringen Preises auf. Das war auch bei mir der Fall. Entsprechend habe ich mir die Frage gestellt: Lohnt sich das Massagegerät für den Preis oder handelt es sich hier um typischen “China-Schrott”? Um das herauszufinden, habe ich die Aerlang Massagepistole selbst gekauft und ausführlich getestet. Meine Ergebnisse stelle ich dir im folgenden Testbericht vor.

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Lieferumfang und Aufsätze

Das Massagegerät von Aerlang wird in einem sehr schlichten Karton mit der Aufschrift “MADE IN CHINA” geliefert.

Die Verpackung erscheint entsprechend wenig spektakulär. Das ist allerdings auch nicht so wichtig. Schließlich geht es um den Inhalt des Kartons. Dieser umfasst Folgendes:

  • 1 x Aerlang Massagepistole
  • 1 x Ball-Aufsatz
  • 1 x Flachkopf-Aufsatz
  • 1 x Gabel-Aufsatz
  • 1 x Patronen-Aufsatz
  • 1 x D-förmiger Aufsatz
  • 1 x Halbmond-Aufsatz
  • 1 x Tragetasche
  • 1 x Netzteil
  • 1 x Bedienungsanleitung

Damit ist alles im Lieferumfang enthalten, was man zur Verwendung der Massagepistole benötigt. An dieser Stelle war auch der Preis des Geräts keinesfalls ersichtlich. Hier muss es sich nicht hinter Top-Modellen verstecken.

Auch die Aufsätze decken die wichtigsten Einsatzbereiche ab:

Der Kugel- bzw. Ball-Aufsatz ist ein Standard-Aufsatz, der bei den meisten Massagepistolen mitgeliefert wird. Er besitzt eine recht große Fläche und ist grundsätzlich für die Massage aller mittelgroßen sowie großen Muskelgruppen einsetzbar.

 

Auch der Flachkopf-Aufsatz ist ein Standard-Aufsatz. Er lässt sich grundsätzlich für die gleichen Muskeln einsetzen wie der Kugel-Aufsatz. Ich nutze ihn aufgrund seiner Form gerne für großflächige Muskeln, etwa die Brust oder Oberschenkel.

 

Der Gabel-Aufsatz besitzt eine Lücke in der Mitte. Hierdurch können bestimmte Stellen am Körper ausgespart werden. Entsprechend kommt er an Stellen zum Einsatz, wo Knochen, Bänder und Sehnen ausgelassen werden sollen. Hierzu zählen beispielsweise der Bereich entlang der Wirbelsäule, aber auch die Waden.

 

Der Patronen-Aufsatz besitzt eine sehr kleine Fläche. Hierdurch können einerseits kleine Muskeln gezielt bearbeitet werden. Zum anderen wird die gesamte Kraft der Massagepistole auf einen kleinen Punkt konzentriert. Somit lässt sich der Aufsatz etwa für die Triggerpunkt-Massage verwenden (siehe: Wie kann ich Triggerpunkte mit einer Massagepistole lockern?).

 

Der D-förmige Aufsatz ist, wie der Name bereist verrät, ähnlich geformt wie der Buchstabe “D”. Dadurch besitzt er eine längliche, schmale Fläche für die Massage. Dadurch lässt er sich unter anderem für die Massage bestimmter Regionen am Rücken einsetzen.

 

Der Halbmond-Aufsatz ist leicht gebogen und besitzt eine große Fläche. Beim Aufsatz der Aerlang Massagepistole sind zudem viele Noppen angebracht. Dadurch ergibt sich ein besonders Massagegefühl. Eingesetzt wird der Aufsatz bei größeren Muskeln, zum Beispiel an den Beinen.

 

Alles in allem bin ich mit den Aufsätzen, ihrer Qualität und den Einsatzmöglichkeiten zufrieden. Ich hätte mir lediglich noch einen Luftkissen-Aufsatz für empfindliche Körperstellen gewünscht. Das ist allerdings meckern auf hohem Niveau.

 

Funktionalität

Die Aerlang Massagepistole verfügt über 20 Leistungsstufen. Das ist eine recht große Anzahl, weshalb ich diese zur Übersichtlichkeit hier nicht einzeln auflisten werden. Stattdessen werde ich die Leistungsstufen für die vier vom Hersteller angegebenen Einsatzbereiche vorstellen:

  • 1. bis 5. Stufe: 1.450 bis 1.700 Stöße pro Minute – Muskelentspannung
  • 6. bis 10. Stufe: 1.760 bis 2.010 Stöße pro Minute – Moderate Massage
  • 11. bis 15. Stufe: 2.070 bis 2.320 Stöße pro Minute – Faszienentspannung
  • 16. bis 20. Stufe: 2.380 bis 2.650 Stöße pro Minute – Tiefengewebsmassage

Die Stoßzahlen bewegen sich damit eher in einem kleinen Spektrum. Das liegt allerdings auch an der hierzulande verwendeten 12-Volt-Variante. Die Variante mit 24 Volt kann ein wesentlich größeres Spektrum nachweisen.

Bei der Massage waren trotz dessen klare Unterschiede zwischen den einzelnen Stufen zu spüren. Die erste Stufe hat such sehr leicht angefühlt, während ich die Stoßzahl auf der 20. Stufe deutlich intensiver wahrnehmen konnte.

Die Stoßtiefe wird mit 16 mm angegeben. Hier muss ich eine klare Kritik aussprechen und Punkte abziehen. Die Massagepistole bewegt sich deutlich erkennbar nur wenige Millimeter vor und zurück. Die 16 mm werden jedoch keinesfalls erreicht. Die beworbene Tiefengewebsmassage ist damit auf jeden Fall nicht möglich.

Eine weitere Rolle spielt dabei auch der Motor. Zu dessen Leistung konnte ich keine Angaben finden. Jedoch blockiert er bei Druck sehr schnell, was häufig ein Anzeichen für eine geringe Leistung ist.

Auch die Zusatz-Features, wie die automatische Abschaltung nach 10 Minuten, können die Bewertung in dieser Kategorie nicht mehr retten.

 

Bedienbarkeit und Handhabung

In dieser Kategorie möchte ich die Bedienbarkeit und Handhabung separat bewerten. Beginnen möchte ich mit der Bedienbarkeit:

Um die Massagepistole zu starten, muss zunächst der Schalter auf der Unterseite auf “ON” gestellt werden.

Die einzelnen Stufen werden direkt am Display per Touch auf die Schaltflächen “+” und “” durchgeschalten. Das geht recht gut von der Hand. Störend ist nur die Anzahl der Stufen. Möchte man auf die höchste Stufe schalten, muss der Plus-Knopf 20-mal gedrückt werden, was sehr nervig sein kann.

Zudem gibt es keinen Pause-Knopf. Zum Wechsel des Aufsatz beispielsweise muss der Motor komplett angehalten werden. Anschließend muss man die gewünschte Leistungsstufe erneut einstellen.

Bei der Handhabung habe ich mir einerseits den Griff angeschaut. Dieser ist gummiert. Dadurch rutscht er nicht so schnell aus der Hand. Allerdings ist der Griff auch recht dick. Somit lässt er sich eher schlecht umgreifen, was besonders bei einer langen Nutzung anstrengend sein kann.

Zum anderen spielt das Gewicht eine wichtige Rolle für die Handhabung. In meinem Test habe ich ein Gewicht von 893 g ohne Aufsatz sowie 916 g mit dem Kugel-Aufsatz ermittelt. Damit gehört die Massagepistole zu den schwereren auf dem Markt. Auch das schlägt sich negativ auf die Handhabung nieder.

 

Stromversorgung

Für die Stromversorgung befindet sich in der Aerlang Massagepistole ein Akku mit einer Kapazität von 2.500 mAh. Das ist ein typischer Wert. Gleiches gilt für die Laufzeit. Diese wird mit etwa 2,5 Stunden vom Hersteller angegeben. Das kann ich in Etwa bestätigen.

Sehr gut finde ich die Anzeige des Akkus. Diese erfolgt direkt auf dem Display:

Damit ist die Anzeige wesentlich genauer als bei vielen anderen Massagepistolen. Bei denen leuchtet häufig nur eine LED in einer bestimmten Farbe, um den Akkustand anzuzeigen.

Aufgeladen wird der Akku einfach über das mitgelieferte Ladekabel. Dieses wird in eine Steckdose und in die Unterseite der Massagepistole gesteckt. Eine vollständige Ladung dauert somit nur wenige Stunden.

Austauschbar ist der Akku leider nicht. Das ist ein großer Nachteil. Schließlich muss somit die gesamte Massagepistole ausgetauscht werden, wenn der Akku nicht mehr funktioniert. Während der einjährigen Garantie werden solche Schäden immerhin kostenlos behoben.

 

Lautstärke

Die Lautstärke der Aerlang EM8 habe ich in meinem Test aus einer Distanz von 40 cm gemessen. Hier habe ich mich wieder an den Einsatzbereichen orientiert. Für diese konnte ich folgende Geräuschpegel aufnehmen:

  • 1. bis 5. Stufe: ~ 41 dB bis 47 dB – vergleichbar mit leichtem Regen
  • 6. bis 10. Stufe: ~ 43 dB bis 48 dB – vergleichbar mit Vogelgesang
  • 11. bis 15. Stufe: ~ 42 dB bis 47 dB – vergleichbar mit Vogelgesang
  • 16. bis 20. Stufe: ~ 47 dB bis 49 dB – vergleichbar mit einem leisen Radio

Wie du an den Werten erkennen kannst, ist das Massagegerät von Aerlang sehr leise. Es zählt sogar zu den leisesten in meinem Massagepistole Test. Besonders gefällt mir, dass die geringe Lautstärke auch auf den höchsten Leistungsstufen erreicht wird. Entsprechend spricht nichts gegen eine entspannte Massage in ruhigen Umgebungen (z. B. im Büro).

 

Material und Qualität

Beim Material seiner Massagepistole setzt Aerlang in erster Linie auf Kunststoff. Dieses wirkt überraschend wertig. Allerdings befindet sich auf meinem Testexemplar ein Materialfehler auf der Vorderseite des Griffs. Auch wenn das eventuell nur ein Zufall ist, gibt es hierfür von mir Abzüge in dieser Kategorie.

Die Verarbeitung der Massagepistole kann ich nur wenig kritisieren. Die Kanten wurden vergleichsweise sauber verarbeitet und auch große Lücken habe ich nicht gefunden. Lediglich an einen Stellen könnten einzelne Teile des Gehäuses besser aufeinander sitzen.

Der Geruch ist hingegen ein klarer Kritikpunkt für mich. Die Massagepistole an sich riecht zwar neutral. Der Griff allerdings riecht sehr chemisch. Das deutet häufig auf schädliche Weichmacher hin. Von mir gibt es entsprechend Abzüge. Immerhin ist der Geruch nach wenigen Stunden weitestgehend verflogen.

 

Preis-Leistung

Wie eingangs beschrieben, handelt es sich bei der Aerlang EM8 Massagepistole um eines der günstigsten Geräte auf dem Markt. Ich selbst konnte dank eines Gutscheins die Massagepistole für gerade einmal 17,99 € erwerben. Als ich 3 Wochen später den Testbericht geschrieben habe, lag der Preis bei rund 45 €, was ein realistischer Preis für das Massagegerät ist.

Alles in allem gehört die Aerlang Massagepistole somit auf jeden Fall zum unteren Preisspektrum. Dafür besitzt sie allerdings auch klare Schwächen, wie mein Test gezeigt hat. Das Preis-Leistungs-Verhältnis kann ich daher höchsten mit “Gut” bewerten.

Ich würde dir eher dazu raten, mehr Geld auszugeben und ein Top-Modell zu erwerben. Hier kann ich besonders die OrthoGun 3.0 empfehlen.

 

Fazit – Aerlang Massagepistole Test

Summary

Wohl jeder kennt den Spruch: “Wer billig kauft, kauft zweimal.” Die Aerlang Massagepistole konnte dies in meinem Praxis-Test zumindest teilweise widerlegen. Hier erhält man ein billiges, aber solides Massagegerät.

Natürlich besitzt die Massagepistole klare Schwächen. Das war bei diesem Preis nicht anders zu erwarten. Hierzu zählen etwa eins ehr unangenehmer chemischer Geruch, den man etwa am Griff wahrnehmen kann. Außerdem finden sich häufig undeutliche und falsche Angaben zu den Leistungswerten in der Produktbeschreibung wider.

Auf der Gegenseite ist die Massagepistole sehr leise. Außerdem konnte mich der Lieferumfang überzeugen. Die Aerlang Massagepistole kann ich entsprechend jedem empfehlen, der ein besonders günstiges Massagegerät sucht und für den die vielen Nachteile der Pistole kein Problem darstellen.

Gesamtbewertung
8.3/10
8.3/10
  • Lieferumfang und Aufsätze - 10/10
    10/10
  • Funktionalität - 7/10
    7/10
  • Bedienbarkeit und Handhabung - 8/10
    8/10
  • Stromversorgung - 8/10
    8/10
  • Lautstärke - 10/10
    10/10
  • Material und Qualität - 7/10
    7/10

Vorteile

  • sehr geringe Lautstärke auf allen Stufen
  • platzsparend transportierbar
  • Tragetasche mitgeliefert
  • simple Bedienbarkeit
  • gute Handhabung
  • inklusive 6 Aufsätze
  • mit Display
  • Anzeige des Akkustands
  • Akku austauschbar
  • guter Preis

Nachteile

  • Materialfehler
  • Griff riecht unangenehm nach Gummi
  • wirkt nicht sehr stabil
  • “zu viele” Leistungsstufen
  • falsche Angaben, z. B. bei der Stoßtiefe
  • recht schwer
Marcel

Hi! Ich bin Marcel und hier auf massagepistole-test.de teste ich verschiedene Massagepistolen, um das beste Gerät auf dem Markt zu finden. Sämtliche Pistolen habe ich selbst in der Hand gehalten, sodass ich stets aus eigenen Erfahrungen berichten kann. Darüber hinaus kläre ich zu alle Mythen und Fragen rund um Massagepistolen auf. Mehr über mich.

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