Theragun mini Test

Die Theragun mini wird als handliches Massagegerät im Taschenformat beworben. Sie soll demnach die hohe Qualität der Theragun mit besonders geringen Maßen kombinieren. Inwiefern das gelungen ist und ob die Theragun mini auch mit klassischen Massagepistolen konkurrieren kann, erfährst du im folgenden Testbericht. Dabei gehe ich unter anderem auf den Lieferumfang, die Bedienbarkeit und Handhabung, die Stromversorgung sowie die Qualität der Mini-Pistole ein.

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Lieferumfang und Aufsätze

Die Theragun mini wird in einer sehr ansehnlichen, hochwertigen Verpackung geliefert. Außen um den eigentlichen Karton befindet sich eine Hülle, auf der alle wichtigen Informationen zur Massagepistole enthalten sind.

Im Karton wiederum ist folgendes enthalten:

  • 1 x Theragun mini
  • 1 x Standard-Ball-Aufsatz
  • 1 x Tragetasche
  • 1 x Netzadapter
  • 1 x Bedienungsanleitung

Damit ist grundlegend alles enthalten, was man zur Nutzung der Massagepistole benötigt. Dennoch muss in dieser Kategorie ganz klar einige Punkte abziehen. Grund hierfür ist, dass lediglich ein einziger Aufsatz mitgeliefert wird.

Zwar handelt es sich bei diesem einen vielseitig einsetzbaren Standardball in mittlerer Größe. Dieser kann sowohl größere als auch etwas kleinere Muskelgruppen bearbeiten. Zudem besteht er aus sehr beständigen PU-Schaum. Damit ist er leicht zu reinigen und bietet ein angenehmes Gefühl auf der Haut.

Allerdings ist es in der Regel sinnvoll spezielle Aufsätze für kleinere Muskelgruppen oder auch die Wirbelsäule zur Hand zu haben, um die Muskeln optimal bearbeiten zu können. Diese können, falls vorhanden, von der Theragun PRO, Elite, Prime etc. verwendet werden. Alternativ dazu können die Aufsätze auch separat bei Theragun gekauft werden. Dort kosten Sie, je nach Modell, 20 € bis 30 €.

Zum Zeitpunkt dieses Tests konnten für die Theragun mini folgende Aufsätze separat erworben werden:

  • Cone – Kegel für Triggerpunkte und kleine Muskeln
  • Thumb – Daumen-ähnlich, für Triggerpunkttherapie und den unteren Rücken
  • Wedge – Keilaufsatz, für Schulterblätter & IT-Bänder, zum “Schaben und Spülen”
  • Large Ball – große Muskelgruppen, z. B. Gesäßmuskeln, Kniesehnen und Quads
  • Dampener – gedämpft, für zarte oder knöcherne Bereiche
  • Supersoft™ – extra weich, bei besonders schmerzenden Muskeln

Darüber hinaus waren alle Aufsätze als Duo-Variante mit zwei Enden erhältlich. Diese haben 49 € bzw. 59 € gekostet.

 

Funktionalität

Typischerweise verfügt eine Massagepistole über mehrere Leistungsstufen. Das ist auch bei der Theragun mini der Fall. Sie besitzt folgende drei Leistungslevel:

  • 1. Stufe: 1.750 Stöße pro Minute – zur Muskelaktivierung und Faszienmassage
  • 2. Stufe: 2.100 Stöße pro Minute – für den Milchsäureabbau
  • 3. Stufe: 2.400 Stöße pro Minute – zur Triggerpunktmassage

Wie man an den Leistungsstufen erkennen kann, beginnt die geringste Stufe bereits bei 1.750 Stößen pro Minute. Das ist vergleichsweise viel. Andere Massagepistolen beginnen bereits bei ca. 1.200 Stößen pro Minute.

Demnach ist die Pistole für eine entspannende Massage eher nicht geeignet. Das ist auch nicht das Ziel der Theragun mini. Sie kann stattdessen einfach mit ins Gym genommen werden und dient dort der Lockerung der Muskeln nach dem Training, der Aktivierung der Muskeln vorm Training oder der Behandlung von Schmerzen beim Training.

Dazu ist nicht nur die Leistung passend, sondern auch die Hublänge. Diese beträgt bei der Theragun mini ca. 12 mm. Der Massagekopf liegt also bei einem Stoß eine Distanz von 12 mm zurück. Das reicht vollkommen aus, um auch das Tiefengewebe zu massieren.

In meinem Praxis-Test habe ich natürlich auch versucht, nicht nur auf die Daten zu schauen, sondern die Massagepistole auch an mir selbst zu verwenden. Hierbei hat sich der Eindruck bestätigt, den die Daten geliefert haben:

Die Massage fühlt sich sehr kräftig an. Für mein eigenes Empfinden war sie auf erster Stufe sogar etwas zu stark. Das kann aber auch an meiner eignen Präferenz liegen. Generell sollten stärkere Stöße bevorzugt werden. Sehr gefallen hat mir allerdings das Gefühl des Aufsatzes. Dieser ist nicht zu weich und nicht zu hart. Stattdessen werden die Muskeln genau mit dem richtigen Druck massiert.

 

Bedienbarkeit und Handhabung

Große Pluspunkte konnte die Theragun mini bei der Handhabung sammeln. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Zum einen ist die Massagepistole sehr einfach bedienbar. Sie verfügt lediglich einen Knopf an der Seite. Dieser wird kurz gehalten, um das Massagegerät einzuschalten. Anschließend kann die Intensitätsstufe durch erneutes Drücken des Knopfes durchgeschaltet werden. Dies ist so einfach, dass es sogar Kindern verstehen.

Ein weiterer Faktor sind Größe und Gewicht der Theragun mini. Die Maße liegen nach meinen Messungen bei etwa 16,5 cm x 13,5 cm x 5,5 cm an den breitesten Stellen. Das ist sehr kompakt für eine Massagepistole.

Das Gewicht wird mit 650 g vom Hersteller angegeben. Ich selbst habe sogar 649 g gemessen – zumindest ohne Aufsatz. Mit Aufsatz wiegt die Mini-Massagepistole ca. 667 g. Auch das ist noch leicht.

Durch diese Kombination aus geringer Größe sowie niedrigen Gewicht lässt sich die Theragun mini einerseits sehr platzsparend verstauen und transportieren. So passt sie in jeden Rucksack und jede Sporttasche.

Zum anderen ist es hierdurch keineswegs anstrengend die Massagepistole zu verwenden. Gerade größere Modelle bereiten hier Probleme aufgrund ihres hohen Gewichts. Hinzukommt die besondere Form der Theragun mini, welche man eigentlich gar nicht als Pistole bezeichnen kann. Durch die Dreieck-ähnliche Form in Kombination mit der ergonomisch geneigten Fläche auf der Oberseite liegt die mini nahezu perfekt in der Hand.

Zu guter Letzt darf hinsichtlich der Bedienbarkeit das Austauschen der Aufsätze nicht vernachlässigt werden. Dies funktioniert bei dieser Massagepistole ganz einfach über ein Steck-System. Der Aufsatz kann einfach vom Hub abgezogen werden. Ein neuer Aufsatz wird ebenso leicht aufgesteckt.

 

Stromversorgung

Die Stromversorgung der Theragun mini wird durch einen integrierten Lithium-Ionen-Akku sichergestellt. Zur Akkukapazität findet sich leider keine Information beim Hersteller wieder. Allerdings soll der Akku ca. 150 Minuten halten. Das hat auch mein Test bestätigt. Dabei ist jedoch anzumerken, dass eine höhere Intensitätsstufe den Akku schneller leert, da der Motor in der Pistole mehr Kraft aufwenden muss.

Abzüge gibt es von mir, weil die Akkulaufzeit etwas länger sein könnte. Hinzu kommt, dass der Akku nicht austauschbar ist. Das finde ich schade bei einem Produkt dieser Preisklasse. Schließlich muss man somit das ganze Gerät austauschen, wenn der Akku kaputt geht oder Leistung verliert.

Das Aufladen des Akkus wiederum ist kinderleicht und geht schnell von der Hand. Hierzu wird einfach der mitgelieferte Netzadapter mit der Massagepistole verbunden und in eine Steckdose gesteckt.

Die Leuchte an der Pistole zeigt dabei den aktuellen Ladestand an, sodass man weiß, wann der Akku voll ist. Hierbei gibt es folgende Abstufungen:

  • blinkt rot: niedriger Akkustand
  • blinkt blau: mittlerer Akkustand
  • blinkt grün: hoher Akkustand
  • leuchtet grün: vollständig aufgeladen

 

Lautstärke

Im Rahmen meines Tests habe ich die Lautstärke der Theragun mini auf allen drei Leistungsstufen aus einer Entfernung von rund 40 cm gemessen. Dabei habe ich folgende Werte erhalten:

  • 1. Stufe: ~ 58,8 – 59,2 dB – vergleichbar mit einem lauten Radio oder Fernseher
  • 2. Stufe: ~ 61,8 – 62,4 dB – vergleichbar mit einem lauten Gespräch
  • 3. Stufe: ~ 68,5 – 69,0 dB – vergleichbar mit einem Staubsauger in 1 m Entfernung

Beworben wird die Theragun mini mit einer so geringen Lautstärke, dass man sie kaum hören kann. Grund hierfür soll die QuietForce Technology sein. Dem kann ich nicht zustimmen. Die Massagepistole ist selbst in der ersten Stufe deutlich zu hören. Auf den ersten beiden Stufen ist die Laustärke jedoch noch angenehm und kaum störend.

Erst in der dritten Stufe ist die mini sehr laut – selbst für eine Massagepistole. Entsprechend habe ich die Verwendung der höchsten Leistung als akustisch vergleichsweise belastend empfunden.

 

Material und Qualität

Bei der Qualität kann Theragun kaum eine andere Marke etwas vormachen. Entsprechend hochwertig ist auch die Theragun mini. Das Material wirkt sehr stabil und hat bei meinem Modell keinerlei Mängel aufgewiesen. Das gilt sowohl für das Massagerät selbst als auch für den Aufsatz.

Auch die Verarbeitung ist zu ~ 90% perfekt. Lediglich an den Übergängen, an denen das Gehäuse zusammengesetzt ist, sind bei näherer Betrachtung kleine Ungenauigkeiten zu sehen. Deshalb gibt es von mir einen kleinen Abzug in dieser Kategorie.

Häufig wird bei Massagepistolen ein strenger Geruch bemängelt. Das ist häufig bei günstigen Modellen aus Asien der Fall. Bei der Theragun mini konnte ich einen solchen Geruch jedoch nicht wahrnehmen. Nur wenn ich direkt an der Massagepistole gerochen habe, konnte ich einen leichten Kunststoff-Geruch wahrnehmen. Das gilt auch für den mitgelieferten Aufsatz.

 

Preis-Leistung

Therabody ist nicht nur bekannt für seine hohe Qualität, sondern auch für die ebenso hohen Preise. Das ist auch bei der Theragun mini nicht anders. Ich selbst habe für die kleine Massagepistole online 197,90 € bezahlt. Zum Zeitpunkt dieses Tests lag der Preis auf der Website des Herstellers bei 199,00 €. Damit ist die mini nicht nur mit Abstand eine der teuersten Mini-Massagepistolen, sondern auch für eine normale Massagepistole eher im oberen Preisspektrum.

Bei alleiniger Betrachtung des Preis-Leistungs-Verhältnisses könnte ich die Theragun mini demnach nicht empfehlen. Stattdessen handelt sich hierbei ganz klar um ein Modell, das zu den besten auf dem Markt gehört und bei dem die Qualität wichtiger ist als der Preis.

 

Fazit – Theragun mini Test

Zusammenfassung

Alles in allem ist die Theragun mini genau das, was sie sein soll – eine kleine, handliche Massagepistole mit der Qualität einer klassischen Massagepistole von Theragun. Mich hat sie besonders durch das hochwertige Material, die einfache Bedienbarkeit und das angenehme Gefühl bei der Massage überzeugt. Zudem verfügt sie über eine einzigartige Form, die sie besonders gut in der Hand liegen lässt.

Diese Vorzüge haben allerdings auch ihren Preis: Die Theragun mini gehört mit Abstand zu den teuersten Mini-Massagepistolen. Zudem ist nur ein Aufsatz enthalten und zusätzliche müssen teuer erworben werden. Dieses Modell ist entsprechend nur etwas für dich, falls du über das entsprechend Budget verfügst.

Besonders empfehlen kann ich die Massagepistole jedoch jedem, der bereits ein größeres Modell von Theragun besitzt und ein Gerät für den mobilen Einsatz sucht. Der Grund hierfür ist denkbar einfach: In dem Fall können die Aufsätze der größeren Massagepistole auch auf der mini genutzt werden. Das spart schnell mehrere hundert Euro.

Gesamtbewertung
8.7/10
8.7/10
  • Lieferumfang und Aufsätze - 9/10
    9/10
  • Funktionalität - 9/10
    9/10
  • Bedienbarkeit und Handhabung - 10/10
    10/10
  • Stromversorgung - 8/10
    8/10
  • Lautstärke - 7/10
    7/10
  • Material und Qualität - 9/10
    9/10

Vorteile

  • leicht und kompakt
  • platzsparend transportierbar
  • Tragetasche inklusive
  • einfach zu bedienen
  • ergonomische Form
  • sehr stabiles Material
  • angenehme Muskel-Massage
  • hochwertige Verarbeitung

Nachteile

  • nur ein Aufsatz mitgeliefert
  • laut bei größter Leistung
  • hoher Preis
  • Akku nicht austauschbar

Vergleiche mit der Massagepistole

 

Marcel

Hi! Ich bin Marcel und hier auf massagepistole-test.de teste ich verschiedene Massagepistolen, um das beste Gerät auf dem Markt zu finden. Sämtliche Pistolen habe ich selbst in der Hand gehalten, sodass ich stets aus eigenen Erfahrungen berichten kann. Darüber hinaus kläre ich zu alle Mythen und Fragen rund um Massagepistolen auf. Mehr über mich.

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